Einsatz, Tatendrang und Motivation

Sophie Burchardi ist Platzhirsch-Lehrpreisträgerin 2023



„Ich habe nie geplant, Wissenschaftlerin zu werden.“ Heute jedoch ist Sophie Burchardi den meisten Studierenden an unserer Alma Mater ein Begriff und begeistert mit ihren Lehrveranstaltungen. Wie Sophie den langen Weg der Wissenschaft beschritten hat, was ihr in Lehrformaten wichtig ist und welche Wünsche sie für die Zukunft der Lehre hegt, hat sie uns erzählt.

 

Individuelle Unterstützung

 

Als Tochter einer Lehrerin ist sie schon früh damit in Berührung gekommen, wie man sich für Lernende einsetzen kann. Sophie beschreibt ihre Mutter als eine Frau mit unglaublich viel Energie, mit der sie neue Ideen an ihrer Schule umsetzt und die Schüler:innen möglichst individuell unterstützt. Diese positiven Eigenschaften wurden wohl vererbt! Von ihren Studierenden wird sie besonders für ihren Einsatz, Tatendrang und die Motivation gelobt, alle Studierenden in der Vorlesung abzuholen.

 

„Man muss nicht der extrovertierte Entertainer sein, solange man sich aufrichtig darum bemüht, die Studierenden bestmöglich zu unterstützen.“

 

Was für Sophie gutes Lehrpersonal ausmacht? Das Interesse an Studierenden und die Fähigkeit, sich in sie hineinzuversetzen. Besonders wichtig ist es ihr, in ihren Vorlesungen eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen und eine gute Zusammenarbeit entstehen kann. So überrascht es nicht, dass das für sie bisher größte Kompliment zwei Studierende waren, die sich eigenen Aussagen nach in ihrer Vorlesung das erste Mal getraut haben, sich zu beteiligen.

 

Interdisziplinarität im Studium

 

Nicht nur durch ihren Beitrag in diesem Heft (S. 36) wird deutlich, worauf Sophie in ihrer Arbeit besonderen Wert legt: Interdisziplinarität. Aktuell beschäftigt sie sich deshalb mit Entwicklungen im Wirtschaftsrecht, gerade mit Blick auf die Digitalisierung der Wirtschaft und Künstliche Intelligenz. Aktuelle Debatten zu diesen Themen bindet sie auch gern in ihre Lehrveranstaltungen ein: So organisierte sie für die Schwerpunktvorlesung „Wirtschaftsrecht 2.0“ eine Seminarfahrt nach Berlin, um vor Ort mit FinTechs und Kanzleien in Kontakt zu treten. Als Gründerin der Law and AI Research Group setzt sie sich außerdem für den Austausch von Promovierenden ein.

 

„Gerade im Wirtschaftsrecht werden wir zukünftig Jurist*innen brauchen, die neue Phänomene rechtlich richtig einordnen können.“

 

Trotz aller spannenden Neuerungen, die sie begleitet, ist Sophie für die Zukunft der Lehre eines besonders wichtig: dass die Präsenzlehre erhalten bleibt. Der unmittelbare Kontakt zwischen Lehrenden und Studierenden, die gemeinsame Diskussion der Inhalte und die Gelegenheit, Fragen zu stellen, sind aus ihrer Sicht unverzichtbare Argumente für einen parallelen Einsatz von Präsenzlehre und neuen Formaten. Wenn man bedenkt, wie viel Elan, fachliche Expertise und persönliches Interesse am eigenen Fach Sophie mitbringt, sind wir uns sicher, dass ihre Vorlesungen und Co. auch künftig rege in Präsenz besucht werden. In den Worten von Studierenden: „Ich bin noch nie so gerne zu einer Vorlesung gegangen wie die von Frau Dr. Burchardi!“ und „Die beste Veranstaltung im ganzen Grundstudium bis hierhin!!!!!!“.


Pauline Cruse (Jg. 2019)


Kommentar schreiben

Kommentare: 0